In unserer Praxis in Hamburg-Harvestehude untersuchen wir die Augen von Kindern und Jugendlichen, von der Geburt bis zum 18. Geburtstag. Dabei arbeiten die Ärztinnen und Ärzte mit unserer Orthoptistin zusammen. Die Orthoptistin ist die Fachkraft der Sehschule: Sie prüft, wie gut Ihr Kind sieht und ob beide Augen zusammenarbeiten.
Einen Termin buchen Sie online. Ohne Termin kommen Sie in die offene Sprechstunde: dienstags von 10 bis 11 Uhr, auch mit Kindern.
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Gibt es einen eigenen Augenarzt für Kinder? Und was macht die Sehschule?
Mit Ihrem Kind können Sie in eine Augenarztpraxis gehen. Viele Eltern suchen dafür nach einem „Kinderaugenarzt“. Gemeint ist meist eine Augenarztpraxis, die Kinder untersucht und eine Sehschule hat.
„Sehschule“ ist die ältere Bezeichnung für die Orthoptik (BOD, o. J.). Orthoptistinnen und Orthoptisten untersuchen und behandeln vor allem Schielen, Schwachsichtigkeit, Augenzittern und Störungen der Augenbewegungen. Sie prüfen das Sehvermögen, die Stellung der Augen und wie beide Augen zusammenarbeiten (BOD, o. J.). Die Ärztin oder der Arzt untersucht zusätzlich das ganze Auge und entscheidet mit Ihnen über die Behandlung, zum Beispiel über eine Brille.
Wann sollte Ihr Kind zum Augenarzt?
Die empfohlenen Zeitpunkte
Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) empfiehlt drei Anlässe (BVA, 2026a):
- Sofort, wenn Ihnen etwas an den Augen Ihres Kindes auffällt (siehe unten) oder wenn Sie unsicher sind.
- Mit 6 bis 12 Monaten, wenn Ihr Kind ein erhöhtes Risiko hat. Das gilt zum Beispiel für Frühgeborene, für Kinder, deren Eltern oder Geschwister schielen oder stark fehlsichtig sind, und bei erblichen Augenerkrankungen in der Familie.
- Mit 30 bis 42 Monaten (zweieinhalb bis dreieinhalb Jahre) für alle Kinder, auch wenn nichts auffällt. Dann lassen sich ein leichtes Schielen oder eine Fehlsichtigkeit finden, die man im Alltag nicht bemerkt. Fehlsichtig heißt: Das Auge sieht ohne Brille nicht scharf, zum Beispiel bei Kurz- oder Weitsichtigkeit.
Auch bei den Früherkennungsuntersuchungen in der Kinderarztpraxis (U-Untersuchungen) wird das Sehen geprüft (G-BA, 2026). Der BVA empfiehlt die augenärztliche Untersuchung zusätzlich dazu (BVA & DOG, 2023).
Anzeichen, auf die Sie achten können
Kinder sagen selten, dass sie schlecht sehen. Sie kennen es nicht anders. Achten Sie deshalb auf diese Hinweise (BVA, 2026a; IQWiG, 2024a):
- Ein Auge weicht ab, ständig oder nur manchmal, etwa bei Müdigkeit.
- Ihr Kind hält den Kopf oft schief oder dreht ihn zur Seite.
- Es holt Bücher, Spielzeug oder Bildschirme sehr nah heran.
- Es reibt sich oft die Augen, kneift sie zusammen oder stolpert auffällig oft.
Zwei Beobachtungen sollten Sie zeitnah abklären lassen: wenn Ihr Kind plötzlich schielt (BVA & DOG, 2023) und wenn eine Pupille grau oder weißlich schimmert, etwa auf einem Foto mit Blitz (BVA, 2026a). Rufen Sie uns dann an: 040 000 000 00. Was Sie außerhalb unserer Öffnungszeiten tun, steht unten bei den häufigen Fragen.
Sieht Ihr Kind die Tafel schlecht? Kurzsichtigkeit im Schulalter
Dann kann Ihr Kind kurzsichtig sein. Kurzsichtigkeit beginnt meist im Grundschulalter (IQWiG, 2024d). Ihr Kind sieht dann in der Nähe gut, aber die Tafel oder Schilder in der Ferne unscharf. Lassen Sie seine Augen in diesem Fall untersuchen. Fachleute empfehlen, dass Kinder viel Zeit bei Tageslicht im Freien verbringen (IQWiG, 2024d). Mehr dazu im Ratgeber: Kurzsichtigkeit bei Kindern: Was Eltern wissen sollten.
Schielen und Schwachsichtigkeit bei Kindern
Das Sehen entwickelt sich vor allem in den ersten Lebensjahren (IQWiG, 2024a). Schielen und Schwachsichtigkeit hängen oft zusammen.
Schielen
Beim Schielen schauen die Augen nicht in dieselbe Richtung. Manchmal ist das deutlich zu sehen. Ein leichtes Schielen fällt dagegen oft kaum auf (BVA & DOG, 2023). Lassen Sie Schielen augenärztlich abklären, statt abzuwarten, ob es von selbst verschwindet (BVA & DOG, 2023).
Ist eine Operation nötig, überweisen wir Ihr Kind an eine spezialisierte Klinik. Eine Operation kommt meist erst nach der Behandlung einer Schwachsichtigkeit infrage (IQWiG, 2024b).
Schwachsichtigkeit (Amblyopie)
Bei einer Schwachsichtigkeit entwickelt sich das Sehen meist auf einem Auge nicht richtig. Das Gehirn bevorzugt dann das andere Auge (IQWiG, 2024a). Die häufigste Ursache ist Schielen. Auch eine Fehlsichtigkeit, die auf beiden Augen unterschiedlich stark ist, kann dazu führen. Seltener stecken andere Augenerkrankungen dahinter (IQWiG, 2024a).
Wie wird Schwachsichtigkeit behandelt?
Meist bekommt Ihr Kind zuerst eine Brille. Reicht das nicht, wird das besser sehende Auge stundenweise abgeklebt, damit das schwächere Auge mehr arbeitet. Statt des Pflasters kommen auch Augentropfen infrage. Welche Behandlung passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit Ihnen (IQWiG, 2024b).
Die Behandlung läuft oft über Monate. In dieser Zeit kommen Sie regelmäßig zur Kontrolle. Ihre Mithilfe zu Hause, zum Beispiel beim Abkleben, ist dabei wichtig (IQWiG, 2024b).
So läuft der Termin ab
Planen Sie für den Besuch etwa eineinhalb Stunden ein, weil die Tropfen eine Weile brauchen. Bitte begleiten Sie Ihr Kind.
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Untersuchung in der Sehschule
Zuerst untersucht die Orthoptistin Ihr Kind. Sie prüft, wie scharf es sieht, wie die Augen stehen und ob beide Augen zusammenarbeiten (BOD, o. J.). Die Tests sind dem Alter angepasst. Ihr Kind muss dafür noch nicht lesen können.
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Warum Ihr Kind Augentropfen bekommt und was danach gilt
Kinderaugen können sich sehr stark auf die Nähe einstellen. Das verfälscht die Messung. Damit die Werte für eine Brille stimmen, bekommt Ihr Kind Augentropfen. Sie erweitern die Pupillen und entspannen die Naheinstellung (BVA, 2026b). Wenn die Tropfen wirken, untersucht die Ärztin oder der Arzt die Augen und bespricht das Ergebnis mit Ihnen, zum Beispiel ob Ihr Kind eine Brille braucht.
Danach sieht Ihr Kind in der Nähe unscharf und ist blendempfindlich (IQWiG, 2024c). Bis die Wirkung abgeklungen ist, sollte es nicht selbst am Straßenverkehr teilnehmen, auch nicht mit Fahrrad oder Roller. Wie lange die Wirkung anhält, hängt von den Tropfen ab (mehr dazu: Wie lange die Tropfen bei Kindern wirken). Wir sagen Ihnen vor Ort, womit Sie rechnen müssen und ob Ihr Kind danach in Kita oder Schule gehen kann.
- das gelbe Kinderuntersuchungsheft
- die Versichertenkarte Ihres Kindes
- eine vorhandene Brille
- eine Sonnenbrille oder Kappe für den Heimweg nach den Tropfen
Termin für Ihr Kind in Hamburg-Harvestehude
Sie haben zwei Wege zu uns:
- Online-Termin: Sie wählen einen freien Termin und kommen zur vereinbarten Zeit.
- Offene Sprechstunde: Dienstags von 10 bis 11 Uhr kommen Sie ohne Termin.
Wie Sie uns erreichen, lesen Sie unter Kontakt und Anfahrt.
Termin buchenNein. Gesetzlich Versicherte können ihre Ärztin oder ihren Arzt frei wählen und auch ohne Überweisung in eine Augenarztpraxis gehen (§ 76 SGB V). Mehr zur Überweisung.
Platzhaltertext: Fiktive Musterpraxis. Medizinische Inhalte vor einer echten Veröffentlichung fachlich prüfen lassen.