Bei einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) lässt das Sehen in der Mitte des Blickfelds nach. Das merken viele zuerst beim Lesen oder wenn sie Gesichter erkennen wollen (IQWiG, 2024a). In unserer Praxis in Hamburg-Harvestehude untersuchen wir Netzhaut und Makula. Stellen wir eine Erkrankung fest, besprechen wir die Behandlung und kontrollieren regelmäßig den Verlauf.
Haben Sie Beschwerden oder besteht ein Verdacht, zahlt Ihre gesetzliche Krankenkasse die Untersuchung (IGeL-Monitor, 2020; § 27 SGB V). Die OCT, eine Schichtaufnahme der Netzhaut, ist zur Früherkennung ohne Beschwerden dagegen eine Selbstzahlerleistung (IGeL-Monitor, 2020). Mehr dazu unter Was zahlt die Krankenkasse?
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Lichtblitze, herabsinkende schwarze Punkte, ein Schatten oder plötzlich schlechteres Sehen auf einem Auge? Das kann ein Notfall sein: Netzhautablösung: Wann ist es ein Notfall?
Was ist eine Makuladegeneration (AMD)?
Eine chronische Erkrankung der Makula, die meist beide Augen betrifft (IQWiG, 2024a). Die Makula, auch „Gelber Fleck“ genannt, liegt in der Mitte der Netzhaut. Weil dort das schärfste Sehen entsteht, brauchen Sie sie zum Lesen, zum Autofahren und um Gesichter zu erkennen (IQWiG, 2024a). Bei der AMD werden Abfallprodukte in der Netzhaut nicht mehr richtig abgebaut. Dabei können kleine Ablagerungen entstehen, die Drusen, und die Versorgung der Netzhaut behindern (IQWiG, 2024a).
Welche Anzeichen sprechen für eine Makuladegeneration?
Was Sie direkt ansehen, wirkt verschwommen oder verzerrt (IQWiG, 2024a). Gerade Linien, etwa Fliesenfugen oder Türrahmen, können verbogen aussehen. Am Rand des Blickfelds sehen Sie meist weiter etwas, erkennen Dinge dort aber nicht gut (IQWiG, 2024a). Im frühen Stadium haben die meisten Menschen noch keine Beschwerden (IQWiG, 2024a).
Bemerken Sie neu verzerrtes oder verschwommenes Sehen, rufen Sie uns an. Wir sagen Ihnen, wie schnell Sie kommen sollten. Verzerrtes Sehen kann verschiedene Ursachen haben, deshalb klärt nur eine Untersuchung, was dahintersteckt. Kommen Lichtblitze, herabsinkende Punkte oder ein Schatten hinzu, oder sehen Sie plötzlich deutlich schlechter, ist es ein Notfall: Netzhautablösung: Wann ist es ein Notfall?
Trockene und feuchte AMD: Was ist der Unterschied?
Die trockene Form ist häufiger und verläuft eher langsam. Dabei gehen die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut nach und nach zugrunde (IQWiG, 2024a). Bei der feuchten Form bilden sich neue Blutgefäße unter der Netzhaut, aus denen Blut und Flüssigkeit in die Netzhaut sickern können (IQWiG, 2024a). Sie führt rascher zu einer Sehbehinderung als die trockene Form (IQWiG, 2024a). Eine trockene AMD kann in die feuchte Form übergehen (IQWiG, 2024a).
Wer hat ein höheres Risiko für eine AMD?
- Ältere Menschen: Die Erkrankung wird mit dem Alter häufiger (IQWiG, 2024a).
- Menschen, deren nahe Verwandte eine AMD haben. Ihr Risiko ist etwas erhöht (IQWiG, 2024a).
- Menschen, die rauchen. Sie erkranken häufiger und im Durchschnitt früher (IQWiG, 2024a).
Führt eine Makuladegeneration zur Erblindung?
Zu einer vollständigen Erblindung führt eine AMD normalerweise nicht. Auch bei einer weit fortgeschrittenen Erkrankung an beiden Augen können sich die meisten Menschen noch orientieren (IQWiG, 2024a). Das Sehen in der Mitte kann aber so stark nachlassen, dass Lesen oder Autofahren nicht mehr gehen. Manchmal ist die Sehbehinderung so stark, dass sie rechtlich als Blindheit gilt, etwa für das Blindengeld (IQWiG, 2024a).
Wie wird eine Makuladegeneration behandelt?
Das hängt von der Form ab. Bei der feuchten AMD werden meist Medikamente ins Auge gespritzt (IQWiG, 2024a). Die trockene AMD lässt sich bislang nicht wirksam behandeln (IQWiG, 2024a).
Ist eine Makuladegeneration heilbar?
Nein. Bei der feuchten Form hemmen die Medikamente die Bildung neuer Blutgefäße. Sie sollen das Fortschreiten verlangsamen oder zumindest vorübergehend aufhalten, heilen können sie die AMD nicht (IQWiG, 2024a; IQWiG, 2025). Nicht bei allen Menschen haben sie eine spürbare Wirkung (IQWiG, 2025). Wie sich die Behandlung langfristig auswirkt, ist noch nicht ausreichend untersucht (IQWiG, 2025).
Die Spritzen geben wir selbst in unserer Praxis. Zuerst wird ein betäubendes Mittel ins Auge getropft. Dann spritzt die Ärztin oder der Arzt das Medikament mit einer dünnen Nadel ins Augeninnere. Sie gehen danach wieder nach Hause (IQWiG, 2025).
In den ersten drei Monaten bekommen Sie jeden Monat eine Spritze. Danach hängen die Abstände vom Medikament und vom Verlauf ab: fest alle ein, zwei oder drei Monate oder flexibel nach Befund (IQWiG, 2025). Zwischendurch kontrollieren wir regelmäßig Ihre Augen und Ihre Sehschärfe (IQWiG, 2025).
Mögliche Nebenwirkungen sind leichte Augenschmerzen, ein erhöhter Druck im Auge und für ein bis zwei Tage Punkte im Blickfeld. Die Punkte sind Luftbläschen und verschwinden von selbst (IQWiG, 2025). Selten, aber schwer sind eine Entzündung im Auge, ein Grauer Star oder Schäden an der Netzhaut (IQWiG, 2025). Einige Studien deuten darauf hin, dass regelmäßige Spritzen das Risiko für Durchblutungsstörungen im Gehirn möglicherweise leicht erhöhen (IQWiG, 2025). Darüber sprechen wir vor der ersten Behandlung mit Ihnen. Werden Schmerzen oder Sehstörungen nach einer Spritze stärker statt schwächer, rufen Sie uns sofort an.
Für die fortgeschrittene trockene AMD, bei der Zellen der Netzhaut verloren gehen (geografische Atrophie), haben wir in der EU kein zugelassenes Medikament gefunden (Stand: 16.10.2026). Zwei Anträge bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur wurden 2024 abgelehnt oder zurückgezogen (EMA, 2024a; EMA, 2024b).
Angeboten wird außerdem eine Lichttherapie, die Photobiomodulation. Die augenärztlichen Fachgesellschaften halten ihre Wirksamkeit für nicht bewiesen und sehen Hinweise auf Risiken. Eine Empfehlung sprechen sie deshalb derzeit nicht aus. Angewendet werden soll sie nur in Studien (Stand 04.07.2025) (DOG et al., 2025). Wir bieten die Photobiomodulation deshalb nicht an.
Dass sie einer AMD vorbeugen, ist nicht belegt (IQWiG, 2024a). Bei Menschen mit großen Ablagerungen (Drusen) in der Netzhaut kann eine bestimmte Kombination von Vitaminen und Mineralstoffen das Fortschreiten möglicherweise verlangsamen (IQWiG, 2024a). Ob Sie solche Drusen haben, zeigt die Untersuchung.
Eine Brille behandelt die AMD nicht. Vergrößernde Sehhilfen können aber beim Lesen und im Alltag helfen, zum Beispiel Lupen, Lupenbrillen oder elektronische Vergrößerungsgeräte (G-BA, 2025). Welche Sehhilfe passt, hängt davon ab, wie stark Sie vergrößern müssen. Das messen wir (G-BA, 2025). Wann die Kasse zahlt, lesen Sie unter Was zahlt die Krankenkasse?
Was können Sie im Alltag beachten?
- Nicht rauchen: Wer nicht raucht, hat ein geringeres Risiko für eine AMD (IQWiG, 2024a).
- Kontrollen einhalten: Während einer Behandlung mit Spritzen gehören regelmäßige Untersuchungen und Sehtests dazu (IQWiG, 2025).
- Auf Veränderungen achten: Sehen Sie neu verzerrt oder verschwommen, rufen Sie uns an.
- Die Wohnung anpassen: Ist das Sehen eingeschränkt, erleichtern gute Beleuchtung, Kontraste und farbige Markierungen, etwa an Kanten und Lichtschaltern, die Orientierung (IQWiG, 2024b).
Netzhautablösung: Wann ist es ein Notfall?
Eine Netzhautablösung ist ein Notfall und muss möglichst rasch behandelt werden (IQWiG, 2024b). Sie tut nicht weh. Anzeichen können sein (IQWiG, 2024b):
- Lichtblitze, manchmal auch bei geschlossenen Augen
- helle Schlieren, Ringe oder schwarze Punkte, die sich beim Umherschauen mitbewegen
- kleine schwarze Punkte, die herabsinken („Rußregen“)
- ein Schatten, der sich wie ein Vorhang von außen vor das Blickfeld schiebt
- Sehverlust auf einem Auge
Löst sich die Netzhaut im Bereich der Makula, sehen Sie außerdem unscharf oder verzerrt (IQWiG, 2024b).
Gehen Sie bei diesen Anzeichen so schnell wie möglich zu einer Augenärztin oder einem Augenarzt (IQWiG, 2024b). Buchen Sie dafür keinen Online-Termin. Während unserer Sprechzeiten rufen Sie uns an: 040 000 000 00. Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich an eine Augenklinik oder die Notaufnahme eines Krankenhauses. Rat gibt auch der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall wählen Sie 112. Weitere Warnzeichen am Auge finden Sie auf der Startseite.
Nicht jeder Lichtblitz und nicht jeder Punkt im Blickfeld bedeutet eine Netzhautablösung. Ob die Netzhaut gesund ist, zeigt aber nur die Untersuchung.
Eine Netzhautablösung entsteht meist durch einen Riss in der Netzhaut. Dann kann Flüssigkeit aus dem Inneren des Auges unter die Netzhaut gelangen und sie abheben (IQWiG, 2024b).
Wer hat ein höheres Risiko für eine Netzhautablösung?
- mittelstarke bis starke Kurzsichtigkeit (IQWiG, 2024b)
- Netzhautablösung bei nahen Verwandten (IQWiG, 2024b)
- frühere Augenoperationen, zum Beispiel am Grauen Star (IQWiG, 2024b)
- Verletzungen am Auge, etwa beim Kampf- oder Ballsport (IQWiG, 2024b)
- Netzhautschäden durch Diabetes (IQWiG, 2024b), mehr dazu unter Diabetes & Augen
Haben Sie ein höheres Risiko, sind regelmäßige Kontrollen wichtig (IQWiG, 2024b).
Wie wird eine Netzhautablösung behandelt, und sieht man danach wieder?
Ein Riss ohne Ablösung lässt sich in der Arztpraxis mit Laser oder Kälte behandeln. Dabei wird die Netzhaut rund um den Riss angeheftet, damit er nicht größer wird (IQWiG, 2024b). Die Laserbehandlung machen wir selbst in unserer Praxis. Hat sich die Netzhaut schon abgelöst, ist meist eine rasche Operation im Krankenhaus nötig (IQWiG, 2024b). Dafür überweisen wir Sie an eine Augenklinik in Hamburg und rufen dort, wenn nötig, selbst an. Bis zur Operation und danach ist es wichtig, Kopf und Augen möglichst wenig zu bewegen; worauf Sie genau achten sollten, erfahren Sie dort (IQWiG, 2024b).
Meist lässt sich die Netzhaut wieder anlegen, manchmal sind dafür mehrere Eingriffe nötig (IQWiG, 2024b). Wie gut Sie danach sehen, hängt davon ab, wo sich die Netzhaut gelöst hat und wie groß der Schaden schon war. War die Makula betroffen, bleibt das Sehen meist dauerhaft eingeschränkt (IQWiG, 2024b).
Wie wird die Netzhaut untersucht?
Mit einem Sehtest, der Spaltlampe, einem Mikroskop mit Licht, und einem Blick auf den Augenhintergrund bei erweiterter Pupille (IQWiG, 2024a; IQWiG, 2024b). Je nach Befund kommt eine OCT hinzu (IQWiG, 2024a).
Sie bekommen Tropfen, die die Pupille erweitern. Dann leuchtet die Ärztin oder der Arzt mit einem Gerät ins Auge und betrachtet die Netzhaut (IQWiG, 2024b). So lassen sich zum Beispiel Risse oder eine Ablösung erkennen (IQWiG, 2024b). Danach sind Ihre Augen eine Weile lichtempfindlich, und Sie sehen verschwommen (IQWiG, 2024b). Mit erweiterter Pupille dürfen Sie grundsätzlich nicht selbst Auto fahren (BVA & DOG, 2018). Wie lange das dauert: Augen getropft. Kommen Sie deshalb am besten mit Bus und Bahn oder lassen Sie sich bringen. Planen Sie für Untersuchung und Wartezeit etwa eineinhalb Stunden ein.
Die optische Kohärenztomografie (OCT) erstellt mit Licht Schnittbilder der Netzhaut (G-BA, 2018). Sie misst zum Beispiel, wie dick die Netzhaut ist, und zeigt, ob sich Flüssigkeit angesammelt hat (IQWiG, 2024a; G-BA, 2018). Bei einer Behandlung mit Spritzen hilft sie zu entscheiden, ob und wann die nächste Spritze nötig ist (IQWiG, 2024a; G-BA, 2018). Ein OCT-Gerät haben wir in der Praxis.
Platzhaltertext: Fiktive Musterpraxis. Medizinische Inhalte vor einer echten Veröffentlichung fachlich prüfen lassen.