Diabetes kann die feinen Blutgefäße der Netzhaut schädigen. Am Anfang merken die meisten Menschen davon nichts (DOG & BVA, 2025; Hammes et al., 2024). In unserer Praxis in Hamburg-Harvestehude kontrollieren wir Ihre Augen, schicken den Befund an Ihre Hausarzt- oder Diabetespraxis und behandeln, wenn es nötig ist.
Die regelmäßige Kontrolle bei Diabetes zahlt Ihre gesetzliche Krankenkasse (G-BA, 2026; § 27 SGB V). Mehr dazu unter Was zahlt die Krankenkasse?
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Plötzlich schlechteres Sehen, Probleme beim Lesen oder viele dunkle Punkte („Rußregen“) vor dem Auge? Warten Sie nicht auf die nächste Kontrolle: Bei welchen Beschwerden sollten Sie nicht warten?
Was ist eine diabetische Retinopathie?
Eine Erkrankung der Netzhaut, die durch Diabetes entsteht. Ist der Blutzucker lange zu hoch, werden die kleinen Gefäße der Netzhaut geschädigt (DOG & BVA, 2025). Fachleute unterscheiden Stadien ohne neue Gefäße und ein fortgeschrittenes Stadium, in dem krankhafte neue Gefäße wachsen. Dieses heißt proliferative Retinopathie (DOG & BVA, 2025). Schwillt die Netzhautmitte an, die Makula, spricht man vom diabetischen Makulaödem (DOG & BVA, 2025). Mehr über die Makula lesen Sie auf der Seite Netzhaut & Makula.
Merkt man eine diabetische Retinopathie?
Am Anfang meist nicht. Die frühen Stadien verlaufen in der Regel ohne Beschwerden, spürbare Zeichen kommen oft erst spät (BÄK et al., 2023; Hammes et al., 2024). Deshalb sind Kontrollen auch dann wichtig, wenn Sie gut sehen (Hammes et al., 2024).
Oft liegt es am schwankenden Blutzucker. Steigt er, lagert die Augenlinse Wasser ein und verändert vorübergehend ihre Form. Dadurch sehen Sie mal schärfer, mal unschärfer (Deutsches Ärzteblatt, 2016). Verschwommenes Sehen kann aber auch ein Zeichen dafür sein, dass die Makula betroffen ist (Hammes et al., 2024). Lassen Sie es deshalb untersuchen.
Manchmal. Bei der Untersuchung des Augenhintergrunds können Veränderungen auffallen, die auf einen Diabetes hindeuten. Die Diagnose selbst stellt aber die Hausarztpraxis anhand der Blutwerte. Ist noch kein Diabetes bekannt, schicken wir Sie deshalb zur Abklärung dorthin (Deutsches Ärzteblatt, 2016).
Was erhöht das Risiko für Netzhautschäden?
- ein Diabetes, der schon lange besteht (BÄK et al., 2023)
- ein dauerhaft zu hoher Blutzucker (BÄK et al., 2023)
- Bluthochdruck und Nierenerkrankungen (BÄK et al., 2023)
- eine Schwangerschaft (BÄK et al., 2023)
- stark schwankende Blutzuckerwerte (BÄK et al., 2023)
Bei welchen Beschwerden sollten Sie nicht auf die nächste Kontrolle warten?
Wenn sich Ihr Sehen plötzlich verschlechtert oder auch mit Brille nicht mehr scharf wird. Weitere Zeichen sind Probleme beim Lesen, veränderte Farben, neu verschwommenes Sehen und „Rußregen“, also viele dunkle Punkte vor dem Auge durch eine Blutung (Hammes et al., 2024). Rufen Sie uns dann an, bei plötzlichem Sehverlust sofort: 040 000 000 00. Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich an eine Augenklinik oder die Notaufnahme eines Krankenhauses. Rat gibt auch der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall wählen Sie 112.
Wie oft sollten Sie mit Diabetes zum Augenarzt?
Bei Typ-2-Diabetes ohne bekannte Netzhautschäden alle ein bis zwei Jahre: alle zwei Jahre bei geringem Risiko, sonst jährlich. Sind Ihre Risikofaktoren nicht bekannt, gilt jährlich. So steht es in der ärztlichen Leitlinie für Typ-2-Diabetes, der Nationalen VersorgungsLeitlinie, die auch die erste Untersuchung gleich bei der Diagnose vorsieht (BÄK et al., 2023). Wurden schon Netzhautschäden festgestellt, legen wir die Abstände nach Ihrem Befund fest (DOG & BVA, 2025; Hammes et al., 2024). Ob Ihr Risiko gering ist, beurteilen wir zusammen mit den Angaben Ihrer Hausarztpraxis (BÄK et al., 2023).
Bei Typ-1-Diabetes beginnen die Kontrollen in der Regel fünf Jahre nach Beginn des Diabetes, bei Kindern und Jugendlichen frühestens ab dem elften Lebensjahr. Danach folgen sie je nach Risiko alle ein oder zwei Jahre. So regelt es das Behandlungsprogramm der Krankenkassen für Diabetes (DMP) (G-BA, 2026). Mehr zu Untersuchungen bei Kindern: Kinderaugenheilkunde.
Haben Sie schon vor der Schwangerschaft Diabetes, empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft eine Kontrolle gleich nach Feststellung der Schwangerschaft und dann alle drei Monate (Hammes et al., 2024). Entsteht der Diabetes erst in der Schwangerschaft, nennen unsere Quellen dafür keine eigene Regel. Fragen Sie dann Ihre Frauenarzt- oder Diabetespraxis.
Wie läuft die Augenuntersuchung bei Diabetes ab?
Zuerst prüfen wir die Sehschärfe. Mit der Spaltlampe, einem Mikroskop mit Licht, schauen wir in die vorderen Teile des Auges, und nach dem Weittropfen der Pupille untersuchen wir die Netzhaut beider Augen (DOG & BVA, 2025; BÄK et al., 2023). Bei fortgeschrittenen Veränderungen wird auch der Augendruck gemessen. Beim Makulaödem kommt eine OCT hinzu, die optische Kohärenztomografie, die mit Licht Schnittbilder der Netzhaut erstellt (DOG & BVA, 2025). Ohne Beschwerden und ohne sichtbare Veränderung an der Makula ist eine OCT laut Leitlinie nicht sinnvoll (DOG & BVA, 2025). Für die Abstimmung gibt es einen Bogen, auf dem Ihre Hausarztpraxis uns Ihre Risikofaktoren mitteilt. Unseren Befund und den nächsten Termin schicken wir auf demselben Weg zurück (BÄK et al., 2023).
Planen Sie mit Wartezeit etwa eineinhalb Stunden ein, denn die Tropfen für die Pupille brauchen eine Weile. Nach den Tropfen dürfen Sie grundsätzlich nicht selbst Auto fahren (BVA & DOG, 2018). Der Bogen der Nationalen VersorgungsLeitlinie nennt dafür zwei bis vier Stunden (BÄK et al., 2023). Das gilt aber nur, wenn Sie nicht mehr geblendet sind und wieder scharf sehen; am sichersten fahren Sie am Untersuchungstag gar nicht selbst. Mehr dazu: Augen getropft: Wie lange hält die Wirkung an?
Platzhaltertext: Fiktive Musterpraxis. Medizinische Inhalte vor einer echten Veröffentlichung fachlich prüfen lassen.