Ein gerötetes Auge hat oft eine harmlose Ursache, etwa eine Reizung durch Staub, eine Bindehautentzündung oder ein geplatztes Äderchen (BVA, 2020). Kommen starke Schmerzen oder schlechteres Sehen dazu, lassen Sie das Auge sofort untersuchen. Ohne weitere Beschwerden gilt die Faustregel: Ist das Auge nach ein bis zwei Tagen noch rot, sollten Sie es augenärztlich abklären lassen (BVA, 2020). Rot wirkt das Auge, weil sich die feinen Blutgefäße der Bindehaut weiten, der dünnen Haut über dem Weißen des Auges (BVA, 2020). Welche Ursache dahintersteckt, lässt sich sicher nur bei einer augenärztlichen Untersuchung klären (BVA, 2020).
Wann mit gerötetem Auge zum Arzt?
Wie schnell, hängt davon ab, was außer der Rötung dazukommt. Wir unterscheiden drei Stufen: sofort, noch am selben Tag und nach ein bis zwei Tagen ohne Besserung. Die Einteilung stützt sich auf die Empfehlungen in den Quellen am Ende dieses Artikels.
Sofort: Bei diesen Zeichen nicht abwarten
Lassen Sie Ihr Auge sofort augenärztlich untersuchen, wenn zur Rötung eines dieser Zeichen kommt (Frings et al., 2017; MSD Manual, 2025):
- starke Augenschmerzen
- plötzlich schlechteres Sehen
- Übelkeit oder Erbrechen, starke Kopfschmerzen oder farbige Ringe um Lichtquellen
- Schmerzen im Auge, während Sie Kontaktlinsen tragen (was dann zu tun ist)
- eine Verletzung oder ein Fremdkörper im Auge
- eine Chemikalie, ein Reiniger oder Klebstoff im Auge (sofort spülen)
- eine Augenoperation vor Kurzem
Starke Schmerzen mit Übelkeit, Kopfschmerzen und Lichtringen können zum Beispiel auf einen Glaukomanfall hinweisen, bei dem der Druck im Auge plötzlich stark ansteigt (Frings et al., 2017; MSD Manual, 2025). Mehr dazu lesen Sie unter Wann ist ein Grüner Star ein Notfall?
Während unserer Sprechzeiten rufen Sie uns an: 040 000 000 00. Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich an eine Augenklinik oder die Notaufnahme eines Krankenhauses. Rat gibt auch der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall wählen Sie 112.
Am selben Tag: Lichtscheu und Schmerzen
Schmerzt Ihr Auge nicht stark, blendet Sie aber Licht deutlich mehr als sonst, lassen Sie es noch am selben Tag untersuchen. Echte Lichtscheu und Schmerzen sprechen eher für eine ernstere Ursache als für eine einfache Reizung (MSD Manual, 2025). Möglich ist zum Beispiel eine Entzündung der Regenbogenhaut, also des farbigen Teils im Auge. Fachleute raten, sie innerhalb von 24 Stunden augenärztlich ansehen zu lassen (Frings et al., 2017), denn unbehandelt kann sie das Sehen dauerhaft verschlechtern (BVA, 2020).
Nach ein bis zwei Tagen ohne Besserung
Hält die Rötung länger als ein oder zwei Tage an, lassen Sie sie augenärztlich abklären. Das gilt erst recht, wenn Juckreiz oder Brennen dazukommen. So empfiehlt es der Berufsverband der Augenärzte (BVA) (BVA, 2020).
Kontaktlinsen, Chemikalien: Was ist sofort zu tun?
Mit Kontaktlinsen und einem schmerzenden roten Auge gehen Sie sofort zur Augenärztin, zum Augenarzt oder in eine Augenklinik. Ist eine Chemikalie ins Auge gelangt, spülen Sie zuerst mit Wasser und lassen das Auge danach untersuchen.
Rotes, schmerzendes Auge mit Kontaktlinsen
Bei Kontaktlinsenträgern kann hinter einem roten, schmerzenden Auge eine Entzündung der Hornhaut stehen, der klaren vorderen Schicht des Auges. Sie muss zügig behandelt werden, weil sie schon nach wenigen Stunden Schäden anrichten kann (Frings et al., 2017). Bringen Sie die Linse und den Linsenbehälter mit der Flüssigkeit ungereinigt mit. Daraus lässt sich möglicherweise bestimmen, welcher Erreger die Entzündung verursacht (Frings et al., 2017). Das Risiko für eine solche Entzündung steigt, wenn Linsen länger als vorgesehen oder über Nacht getragen werden (MSD Manual, 2025).
Chemikalie im Auge: richtig spülen
Spülen Sie das Auge sofort mit klarem Wasser, ob bei sich selbst oder bei jemand anderem. So beschreibt es der BVA (BVA, 2026):
- Die betroffene Person legt sich möglichst hin.
- Halten Sie das Auge mit den Fingern offen.
- Gießen Sie das Wasser aus etwa zehn Zentimetern Entfernung vom inneren Augenwinkel nach außen über das Auge.
- Gehen Sie danach schnellstmöglich zur Augenärztin, zum Augenarzt oder in eine Augenklinik.
Verätzungen mit Säuren, Laugen oder Klebstoffen zählen laut BVA zu den Alltagsunfällen im Haushalt, bei denen schnelles Handeln gefragt ist (BVA, 2026).
Rotes Auge: Welche Ursachen sind häufig und meist harmlos?
Häufig sind eine Bindehautentzündung, ein geplatztes Äderchen, trockene Augen oder ein Reiz von außen, etwa durch Staub (BVA, 2020). Diese Ursachen sind meist harmlos.
Bindehautentzündung
Sie zählt zu den häufigsten Ursachen. Ausgelöst wird sie durch Viren, Bakterien, eine Allergie oder Reize wie Staub und trockene Luft (BMG, 2026). Durch Viren und Bakterien ist sie ansteckend, durch eine Allergie nicht. Bei einer Allergie sind beide Augen gerötet und jucken (BMG, 2026). Ob und wie schnell Sie mit einer Bindehautentzündung zum Arzt sollten und wie lange sie ansteckt, lesen Sie im Artikel Bindehautentzündung: Wann zum Augenarzt?
Äderchen im Auge geplatzt: Ist das gefährlich?
In der Regel nicht. Ist ein Äderchen unter der Bindehaut geplatzt, wird das Weiße des Auges plötzlich flächig rot. Fachleute nennen diese Einblutung Hyposphagma. Sie wirkt auffällig, ist aber meist harmlos und schränkt das Sehen nicht ein (BVA, 2020; MSD Manual, 2026). Auslöser können Niesen, Husten, Pressen oder Erbrechen sein, manchmal gibt es auch keinen erkennbaren Grund (Frings et al., 2017; MSD Manual, 2026). Die Blutung verschwindet in der Regel innerhalb einiger Wochen von selbst (Frings et al., 2017; MSD Manual, 2026).
Bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente nehmen oder deren Bluthochdruck nicht gut eingestellt ist, kommt ein Hyposphagma häufiger vor. Fachleute raten, bei einem geplatzten Äderchen auch den Blutdruck messen zu lassen (Frings et al., 2017). Lassen Sie das Auge untersuchen, wenn es schmerzt, Sie schlechter sehen oder das Auge anschwillt (MSD Manual, 2026).
Weitere häufige Ursachen
Auch zu wenig Tränenflüssigkeit oder ein Staubkorn kann das Auge röten (BVA, 2020). Hat sich etwas im Auge festgesetzt, reiben Sie nicht daran und versuchen Sie nicht, es selbst zu entfernen, sondern lassen Sie es in einer Augenarztpraxis herausholen (BVA, 2026). Daneben kann eine Entzündung von Hornhaut, Regenbogenhaut oder Lederhaut, der festen weißen Außenhülle des Auges, die Ursache sein (Frings et al., 2017; MSD Manual, 2025). Dann kommen meist Schmerzen oder Lichtscheu hinzu (am selben Tag).
Was können Sie selbst tun, wenn das Auge rot ist?
Reiben Sie nicht am Auge und meiden Sie, wenn möglich, den Auslöser, zum Beispiel Rauch oder Staub. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, damit eine mögliche Infektion nicht auf das andere Auge oder auf andere Menschen übergeht (BMG, 2026).
Zwei Dinge sollten Sie lassen:
- Tropfen gegen rote Augen („Weißmacher“): Sie verengen die Blutgefäße nur für kurze Zeit, die Ursache bleibt (BVA, 2020). Auch Fachleute in der Medizin empfehlen sie nicht (MSD Manual, 2025).
- Kamillentee-Beutel oder ähnliche Hausmittel: Sie können das Auge zusätzlich reizen, etwa durch eine Allergie (BVA, 2020).
Bleibt das Auge länger als ein oder zwei Tage rot oder kommen Beschwerden hinzu, lassen Sie es untersuchen.
Termin in unserer Praxis
Mit einem roten Auge können Sie dienstags von 10 bis 11 Uhr ohne Termin in unsere offene Sprechstunde kommen. An anderen Tagen rufen Sie uns an: 040 000 000 00. Bei den Zeichen unter Sofort warten Sie nicht auf einen Termin. Einen regulären Termin können Sie auch über unser Kontaktformular anfragen.
Platzhaltertext: Fiktive Musterpraxis, Telefonnummer ist ein Platzhalter. Medizinische Angaben vor einer echten Veröffentlichung fachlich prüfen lassen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung.