Eine Bindehautentzündung heilt oft von selbst (IQWiG, 2024; BMG, 2026). Schnell ärztlichen Rat sollten Sie einholen, wenn Sie schlechter sehen, das Licht Sie stark blendet oder starke Kopfschmerzen und Übelkeit dazukommen, weil das auf ein ernsteres Problem hindeuten kann (BMG, 2026). Ansteckend sind die virale und die bakterielle Form, meist über die Hände (mehr dazu) (IQWiG, 2024; BMG, 2026). Ist Ihr Auge rot, aber Sie sind nicht sicher, ob es eine Bindehautentzündung ist, hilft der Artikel Rotes Auge: Harmlose Reizung oder Warnzeichen? weiter.

Ist eine Bindehautentzündung ein Notfall?

Meist nicht. Bei diesen Zeichen sollten Sie aber schnell ärztlichen Rat einholen, weil sie auf ein ernsteres Problem hinweisen können (BMG, 2026):

  • Sie sehen schlechter als sonst.
  • Licht blendet Sie deutlich stärker als sonst.
  • Es fühlt sich an, als hätten Sie ein Sandkorn im Auge.
  • Dazu kommen starke Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen.

Ist etwas ins Auge geflogen oder eine Chemikalie hineingeraten, ist das keine gewöhnliche Bindehautentzündung. Bei einer Chemikalie spülen Sie das Auge sofort mit klarem Wasser und gehen danach schnellstmöglich in eine Augenarztpraxis oder Augenklinik (BVA, 2026). Wie Sie richtig spülen, lesen Sie unter Chemikalie im Auge: richtig spülen.

Während unserer Sprechzeiten rufen Sie uns an: 040 000 000 00. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, im Notfall wählen Sie 112 (BMG, 2026).

Was gilt bei Kontaktlinsen?

Schmerzt Ihr Auge, während Sie Kontaktlinsen tragen, lassen Sie es sofort augenärztlich untersuchen, denn dann kann die Hornhaut betroffen sein, die klare vordere Schicht des Auges (Frings et al., 2017). Dass eine Bindehautentzündung auf die Hornhaut übergreift, ist zwar selten, kommt aber vor allem bei Kontaktlinsenträgern vor (IQWiG, 2024). Was Sie zur Untersuchung mitbringen sollten, steht unter Rotes, schmerzendes Auge mit Kontaktlinsen.

Wann sollten Sie in den nächsten Tagen zum Arzt?

Lassen Sie die Entzündung ansehen, wenn sie nicht besser wird, wenn sie immer wiederkommt oder wenn Sie wissen müssen, ob Sie ansteckend sind, etwa wegen Kita, Schule oder Arbeit. Eine feste Frist nennen die unabhängigen Gesundheitsinformationen nicht. Ist Ihr Kind betroffen, ist die Kinderarztpraxis eine gute erste Anlaufstelle (IQWiG, 2024).

Kann ich mit einer Bindehautentzündung auch zum Hausarzt gehen?

Ja. Die Haus- oder Kinderarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle (IQWiG, 2024). Dort wird abgeschätzt, ob eine Überweisung in eine Augenarztpraxis sinnvoll ist und ob Sie eine Krankschreibung brauchen (IQWiG, 2024). In der Augenarztpraxis untersuchen wir das Auge zusätzlich mit einer Vergrößerungslampe, der Spaltlampe. Mit einer Bindehautentzündung können Sie auch direkt zu uns kommen, eine Überweisung brauchen Sie dafür nicht.

Wann können Sie erst einmal abwarten?

Sie können abwarten, wenn keines der Warnzeichen zutrifft und die Beschwerden von Tag zu Tag nachlassen. Eine bakterielle Bindehautentzündung heilt bei mehr als der Hälfte der Betroffenen innerhalb von ein bis zwei Wochen ab, eine virale oft nach wenigen Wochen von selbst (BMG, 2026). Dauert die Entzündung länger als vier Wochen, gilt sie als chronisch, also lang anhaltend (BMG, 2026). Spätestens dann sollten Sie sie untersuchen lassen, auch wenn sie sich nur langsam bessert.

Welche Ursachen gibt es?

Am häufigsten sind Viren, Bakterien und Allergien, etwa gegen Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben. Auch Staub, trockene Luft oder reizende Flüssigkeiten können die Bindehaut entzünden (IQWiG, 2024; BMG, 2026). Manche Beschwerden können auf eine Ursache hindeuten: Bei Bakterien ist das Sekret oft weißlich-gelb und die Lider sind morgens verklebt, bei Viren ist es eher wässrig. Eine Allergie betrifft beide Augen und juckt, oft zusammen mit Schnupfen (IQWiG, 2024; BMG, 2026). Sicher bestimmen lässt sich die Ursache aber erst bei der ärztlichen Untersuchung. Davon hängt ab, ob ein Medikament sinnvoll ist (BMG, 2026).

Ist eine Bindehautentzündung ansteckend?

Ja, wenn Viren oder Bakterien sie ausgelöst haben (IQWiG, 2024; BMG, 2026). Die Erreger werden meist über die Hände weitergegeben, zum Beispiel wenn Sie mit den Fingern das Auge berühren. Auch über Gegenstände wie Augentropfenfläschchen, Waschlappen, Taschentücher oder Ferngläser ist eine Ansteckung möglich (BMG, 2026). So kann die Entzündung auch vom einen auf das andere Auge übergehen (BMG, 2026). Eine allergische oder durch Reize ausgelöste Bindehautentzündung ist nicht ansteckend (IQWiG, 2024).

Wie lange ist man ansteckend?

Bei einer Bindehautentzündung durch Adenoviren, eine Gruppe von Viren, sind Sie in der Regel in den ersten zwei Wochen der Erkrankung ansteckend, manchmal bis zu drei Wochen (RKI, 2018). Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden liegen bei dieser Form 5 bis 12 Tage (RKI, 2018). Für die bakterielle Form haben wir keine verlässliche Angabe gefunden. Wie lange Sie andere anstecken können, schätzt deshalb die Ärztin oder der Arzt ein.

So schützen Sie andere

  • Berühren Sie Ihre Augen möglichst nicht und waschen Sie sich regelmäßig die Hände (BMG, 2026; RKI, 2018).
  • Benutzen Sie eigene Handtücher und Waschlappen (RKI, 2018).
  • Teilen Sie keine Augentropfen, Taschentücher oder Ferngläser (BMG, 2026).
  • Rufen Sie vor dem Praxisbesuch an, wenn Sie eine ansteckende Bindehautentzündung vermuten. Das Robert Koch-Institut empfiehlt das, damit Praxen Erkrankte getrennt von anderen empfangen können (RKI, 2018).

Kita, Schule, Arbeit: Müssen Sie zu Hause bleiben?

Ein gesetzliches Besuchsverbot gibt es für die Bindehautentzündung nicht. Das Infektionsschutzgesetz zählt die Krankheiten auf, bei denen Kinder Kita oder Schule nicht besuchen dürfen, und die Bindehautentzündung gehört nicht dazu (§ 34 IfSG). Für die besonders ansteckende Form durch Adenoviren empfiehlt das Robert Koch-Institut trotzdem, dass erkrankte Kinder Kita und Schule fernbleiben. Zurückkehren sollten sie erst mit einem schriftlichen ärztlichen Attest (RKI, 2018). Fragen Sie deshalb in Ihrer Einrichtung nach, was dort gilt.

Ob Sie eine Krankschreibung brauchen, damit Sie die Augen schonen und niemanden anstecken, und für wie lange, beurteilt die Ärztin oder der Arzt (IQWiG, 2024). Für medizinisches Personal ist das Robert Koch-Institut deutlich: Wer an einer Adenovirus-Entzündung erkrankt ist, ist nicht arbeitsfähig, solange Beschwerden bestehen (RKI, 2018).

Was hilft gegen eine Bindehautentzündung?

Oft heilt sie ohne Behandlung ab (IQWiG, 2024; BMG, 2026). Manche Menschen legen kühle oder lauwarme Auflagen auf oder befeuchten die Augen mit Tropfen aus künstlicher Tränenflüssigkeit. Ob und wie gut das hilft oder ob es sogar schaden kann, ist aber nicht ausreichend untersucht (BMG, 2026).

Medikamente sind sinnvoll, wenn klar ist, welche Form vorliegt (BMG, 2026). Antibiotikahaltige Augentropfen wirken nur bei einer bakteriellen Entzündung, gegen Viren helfen sie nicht (BMG, 2026). Bei einer Allergie kommen Allergiemedikamente infrage (BMG, 2026).

Termin in unserer Praxis

Dienstags von 10 bis 11 Uhr können Sie ohne Termin in unsere offene Sprechstunde kommen, bei Verdacht auf eine ansteckende Entzündung bitte nach kurzem Anruf: 040 000 000 00. An anderen Tagen vereinbaren Sie einen Termin telefonisch oder über unser Kontaktformular. Auch Kinder untersuchen wir, mehr dazu unter Kinderaugenheilkunde.

Schwillt eher das Lid an als die Bindehaut, lesen Sie weiter unter Gerstenkorn oder Hagelkorn? Der Unterschied.

Platzhaltertext: Fiktive Musterpraxis, Telefonnummer ist ein Platzhalter. Medizinische Angaben vor einer echten Veröffentlichung fachlich prüfen lassen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Quellen

Leitlinien und Fachliteratur

  1. 3Frings et al., 2017 Frings A, Geerling G, Schargus M: Rotes Auge – Leitfaden für den Nicht-Ophthalmologen. Deutsches Ärzteblatt 2017; 114: 302–312 (Fachartikel für Ärztinnen und Ärzte). api.aerzteblatt.de
  2. 4RKI, 2018 Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber „Adenovirus-Konjunktivitis“, Stand 02.02.2018. rki.de

Gesundheitsinformationen

  1. 1IQWiG, 2024 IQWiG, gesundheitsinformation.de: „Bindehautentzündung“, aktualisiert 06.11.2024. gesundheitsinformation.de
  2. 2BMG, 2026 Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (mit IQWiG): „Bindehautentzündung“, Stand 05.03.2026. gesund.bund.de
  3. 6BVA, 2026 Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA): „Erste Hilfe für das Auge“, zuletzt aktualisiert 06/2026. augeninfo.de

Gesetze, Richtlinien und Urteile

  1. 5§ 34 IfSG § 34 Infektionsschutzgesetz. gesetze-im-internet.de

Alle Quellen abgerufen am 19.10.2026.

Bindehautentzündung? Wir sehen sie uns an.

Offene Sprechstunde dienstags 10–11 Uhr. Bei Verdacht auf eine ansteckende Entzündung bitte vorher anrufen.

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